Erste Schritte

Daß du hierher gefunden hast, ist schon ein großer Schritt!

Du möchtest deine Ernährung verbessern, und wahrscheinlich fühlst du dich ziemlich überfordert mit den vielen und oft widersprüchlichen Informationen im Netz.

Fang langsam an, einen Schritt nach dem anderen.

1. Wenn du es bisher nicht getan hast, lies das Kleingedruckte auf den Verpackungen, und  schau im Internet nach, was welche Bezeichnung bedeutet.

Du wirst überrascht sein.

2. Kaufe und trinke keine Limonaden oder sonstigen Soft-drinks mehr.

Sie enthalten außer normalem Zucker auch große Mengen an Fruchtzucker, und das macht noch mehr Durst und auch noch dick.

Die Farb-,  Aroma- und Konservierungsstoffe braucht auch kein Mensch.

Pures Wasser ist das Beste für deinen Körper, und in Deutschland ist das Leitungswasser so gut, daß es sogar besser ist als fast alles, was du in Flaschen kaufen kannst.

Wenn du kein Wasser trinken magst, sind auch Kräuter- oder Früchtetees (ohne zusätzliche Aromastoffe!) kalt und warm eine Alternative.

Kaffee und schwarzer Tee sind Genußmittel, keine Durstlöscher.

Fruchtsäfte enthalten sehr viel Zucker und sind auch immer pasteurisiert – ebenfalls keine Durstlöscher.

3. Kauf keine Fertigprodukte mehr, sondern koch dein Essen selbst frisch, und ohne Fix-Tütchen.

Falls du nicht kochen kannst – jede Volkshochschule bietet Kochkurse preisgünstig an.

Es gibt auch sehr gute bebilderte Kochbücher für Anfänger.

4. Iß nur, wenn du wirklich Hunger hast, und nicht nur Appetit.

Höre auf zu essen, wenn du satt bist, auch wenn du noch etwas auf dem Teller hast.

Du bist kein Mülleimer, und über die Sättigungsgrenze hinaus zu essen ist ungesund und macht auch noch dick. 😉

5. Kaufe nach Möglichkeit lokal und saisonal.

Wenn du es dir leisten kannst, kaufe bio – der Unterschied ist deutlich schmeckbar.

Lokal bedeutet, dein Essen sollte nicht weiter weg als etwa max.150km von dir gewachsen sein.

Was in deiner Gegend wächst, wird dir auch am besten bekommen.

Saisonal bedeutet, das zu kaufen, was jetzt gerade in deiner Gegend erntereif ist.

Erdbeeren oder Spargel zu Weihnachten oder Paprika und Tomaten im Februar sind nicht nur ökologischer Wahnsinn, sondern auch ungesund.

Winter ist die Zeit für Suppen und Eintöpfe, nicht für noch zusätzlich kühlendes Obst und Gemüse.

Tagesfrische Produkte von einem Bauern in deiner Nähe sind auf jeden Fall (auch in konventioneller Qualität) besser für dich als alles, was du im Supermarkt kaufen kannst und schon tagelang unterwegs ist.

(Rezepte folgen noch).

6. Fang an, Sprossen selbst zu ziehen.

Aus 20g Alfalfasamen für 34cts werden innerhalb von 5 Tagen 300g vitalstoffgeladene Sprossen, die besser schmecken als jeder Treibhaussalat.

Mit Sprossen kann man auch wunderbar kochen, siehe die Bücher von Rosemarie Nöcker.

Bitte achte auf Bio-Qualität, da beträgt die Keimquote nahezu 100%. Rezepte folgen noch.

7.  Kaufe nur noch Bio-Eier aus Freilandhaltung.

Du willst ein gesundes Produkt, das setzt ein gesundes und artgerecht gehaltenes Tier voraus.

8.  Versuche rohe Milch direkt von der Kuh (oder vom Schaf oder Ziege) ab Hof zu bekommen, im Reformhaus oder Bioladen heißt sie „Vorzugsmilch“.

Normale Milch ist immer pasteurisiert, also auf über 65°C erhitzt, und meistens auch noch homogenisiert (das Fett wird in winzigste Teilchen zerschlagen, so daß sich keine Sahneschicht mehr oben absetzen kann – unser Darm ist aber nicht auf die Verdauung solcher Fettteilchen eingerichtet).

Findest du eine solche Quelle – herzlichen Glückwunsch!

Dann kannst du deine eigene Butter, Joghurt, Quark und Frischkäse herstellen (Rezepte folgen noch).

9. Kaufe nur noch Butter und Olivenöl extra vergine, als „Gewürz“  kaltgepreßtes Leinöl und Kürbiskernöl.  Zum Braten ist Schmalz das beste Fett.

Vergiß Margarine und andere Öle – die mögen zwar kaltgepreßt sein, aber die Verarbeitungsstufen danach enthalten soviel Chemie, daß die Öle sehr fragwürdig sind. Margarine wurde als billiges Ersatzfett für Butter erfunden und ist minderwertig in ihrer Fettzusammensetzung, egal was die Werbung behauptet.

10. Reduziere deinen Fleischkonsum. Wenn du es dir leisten kannst, kaufe nur noch Bio-Fleisch – der Unterschied zu normalem ist deutlich schmeckbar.

Einmal in der Woche reicht – du wirst nicht an Eiweißmangel sterben, 😉

11.  Erhöhe den Anteil an Frischkost in deinem Essen auf mindestens ein Drittel, mehr ist besser. Ein frischer Salat mit selbstgemachtem Dressing vor jeder Hauptmahlzeit und etwas Obst als Nachtisch machen das eigentlich einfach.

12. Streiche Zucker und Weißmehl komplett aus deinem Speiseplan und kaufe dir eine eigene Getreidemühle.

Das ist der entscheidendste Schritt.

Die preiswerteste Getreidemühle ist die elektrische Jupiter, bei allen anderen zahlt man eher das Design als eine bessere Leistung.

Ich persönlich ziehe ein Stahlmahlwerk vor, weil ich meinen Zähnen den Abrieb von Steinmahlwerken nicht zumuten möchte auf Dauer.

Und keine Angst, man kann auch ohne Zucker und Weißmehl tolle Kuchen und Plätzchen backen – die staubigen Backsteinklötze aus den 70ern sind längst vorbei. 😉

Selbst Brot zu backen ist eine ungeheuer lohnende Erfahrung. Aus Körnern innerhalb kurzer Zeit ein Brot zu produzieren, was auch noch tausendmal besser schmeckt, als alles was man fertig kaufen kann, ist unvergleichlich.

(Ich habe es noch nie geschafft, ein Brot ordentlich auskühlen zu lassen – der Knapp mit Butter und etwas Meersalz endet immer noch warm in meinem Magen. Und ich habe noch nie Bauchschmerzen davon bekommen. 😉 )

Bei der Vollwertkost nach Bruker kommt an dieser Stelle der Frischkornbrei ins Spiel, der täglich zu essen ist, egal zu welcher Tageszeit:

3 EL Getreide schroten und mit der doppelten Menge Wasser ein paar Stunden oder über Nacht einweichen. Am nächsten Morgen einen geriebenen Apfel, 1-2 EL Sahne und ein paar Nüsse oder Ölsaaten zufügen und essen. Macht sehr satt und hält lange vor. Man kann auch anderes/zusätzliches Obst verwenden, und auch mit Zimt oder Vanille würzen.

Die Getreidemühle bietet auch die Möglichkeit, aus dem frischen Mehl Nudeln herzustellen – wer den Geschmack kennt, kann normalen Weißmehlnudeln nichts mehr abgewinnen und betrachtet auch gekaufte VK-Nudeln nur als Notlösung.

Getreide sollte man in größeren Mengen direkt ab Mühle kaufen, das ist erheblich billiger als 500g Tüten im Supermarkt – man kann sich auch mit anderen Leuten zusammentun und Sammelbestellungen machen.

(auch hier werden Rezepte folgen)

13. Lege einen Garten an und laß dein eigenes Essen wachsen.

Der größte Vorteil liegt darin, daß man Sorten anbauen kann, die wegen mangelnder Transportfähigkeit niemals auf dem Markt zu finden sind.

Allein bei Tomaten gibt es weltweit über 1300 Sorten in allen Farben, Formen und Geschmäckern.

Ähnlich ist die Vielfalt bei Kartoffeln, Kürbissen und Mais.

Du kannst mit einem Blumentopf auf der Fensterbank beginnen, in dem dein Lieblingswürzkraut wächst, oder deine Balkonkästen mit Radieschen und Pflücksalat einsäen (auch da gibt es viele Sorten).

Wenn es dir Spaß macht, erweitere und schau dich nach einem Stück Land für deinen Garten um.

Das ist der größte Schritt, den du tun kannst: damit hast du die volle Kontrolle über das, was du ißt.

Dann weißt du, ob und wie du dein Gemüse behandelt hast.

Und frischer und gesünder als aus dem eigenen Garten geht es nun wirklich nicht. 😉

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3 Antworten so far »

  1. 1

    Shines said,

    danke für diese zeilen ,
    und das ganze wird noch gewürzt mit liebe , der liebevolle umgang der pflanzen , gemüse, knollen, sprossen kommt auch uns zu gute.

    lg. shines

  2. 2

    Tina said,

    Hallo,

    habe die Seite durch Zufall gefunden und bin begeistert. Habe schon lange so etwas gesucht. Die Punkte 1,2,3,5,6,10,11, und 13 mache ich schon seit Ewigkeiten so, mit dem Rest hapert es noch, teilweise sogar sehr. Ich esse eben zu gerne.
    Werde mich jetzt mal so langsam durcharbeiten und schöne Rezepte suchen und Tipps.

    Danke.

    Es grüßt ganz herzlich Tina.

  3. 3

    Wasserfreund said,

    Hallo,
    das ist ein wirklich toller Blog mit sehr vielen nützlichen Tipps. Das Leitungswasser ist tatsächlich besser als das meiste Flaschenwasser. Jedoch sind die Grenzwerte der maximalen Menge an gelösten Stoffen in den letzten 20 Jahren um das hundertfache erhöht worden. Zudem kommen die ganzen Medikamente, Kosmetika und andere Stoffe, die unsere Kläranlagen nicht filtern können. Unser Leitungswasser ist leider nicht mehr „unser bestkontrolliertestes Lebensmittel“ und falls doch, dann würde ich alle anderen Lebensmittel keinesfalls mehr kaufen wollen 😉


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