Was mich grad aufregt -3

Diätkonzepte und speziell WeightWatchers.

Ich werd es NIE verstehen, warum Leute dafür Geld (und ja nicht wenig) ausgeben. Damit meine ich nicht nur die Gruppentreffen, sondern das ganze Konzept, inkl. der mittlerweile breiten Palette an WW-Fertigprodukten.

Eine Diät ist doch nur eine zeitweise Änderung der Ernährung, die nachgewiesenermaßen nicht zu einer grundsätzlich gesünderen Ernährung führt – es werden keine grundlegenden Dinge im Verhalten geändert.

Wenn die Waage das gewünschte Gewicht anzeigt, freuen sich die Betroffenen, passen vielleicht noch ein paar Monate auf, was sie essen, aber langfristig verfallen sie wieder in ihre vorherigen Eßgewohnheiten, die sie ja übergewichtig gemacht haben.

Ja, ich weiß von den seltenen Mitgliedern, die schon seit 10 oder 20 Jahren ihr Gewicht halten, aber mal ehrlich – wie viele sind das denn von den ganzen Millionen WWlern weltweit?

Fakt ist: Diäten sind Mist, und bewirken nichts anderes als eine kurzfristige Gewichtsabnahme und dazu eine Störung im Stoffwechsel, bekannt als Jojo-Effekt.

Dazu sind die meisten Diäten auf schnelle Anfangserfolge durch sehr ungesunde einseitige Nahrungsmittel aufgebaut – wer viel Eiweiß und wenig Kohlenhydrate ißt, verliert erst mal zügig Gewicht, belastet aber seine Nieren und Leber hoch – kein ausgewachsener(!) Mensch braucht mehr als die Hälfte dessen, was heute als normal angesehen wird, 35-50g vollwertiges Eiweiß sind für die meisten genug als Erhaltungsration.

Ausnahmen gelten hauptsächlich für Spitzensportler und werdende Eltern. 😉

Fakt ist: wer langfristig sein Gewicht gesund senken und halten möchte, kommt nicht drumrum, insgesamt seine ganze Lebensweise zu hinterfragen und entsprechend zu ändern, und zwar auf Dauer, nicht nur für den begrenzten Zeitraum einer Diät.

Was mich an WW besonders stört, ist die „Pflicht“, seine Punktemenge täglich zu verzehren, egal ob man hungrig ist oder nicht, und daß keinerlei Wert auf wirklich gesundes Essen gelegt wird – wer mag, kann seine points ja auch als Fabrikpizza oder Gummibärchen aufessen.

Fettreduzierte und mit Zuckeraustauschprodukten gesüßte Produkte sind keine Lösung bei Übergewicht, aber das glaubt ja keiner, so gut hat die Werbung schon gewirkt.

Fettreduziert zu essen ist eine ganz schlechte Idee, weil der Körper Fettsäuren für seinen Stoffwechsel braucht, speziell für die Funktion des Nervensystems, und damit ist nicht nur die seelische Verfassung gemeint.

Wer mal versucht hat, einige Zeit mit sehr wenig Fett auszukommen, wird festgestellt haben, daß es ihm nicht wirklich gut damit ging – ich bekam unter 30g/Tag sehr schlechte Laune, und spätestens nach ein paar Tagen ein „pig-out“, also einen Freßanfall.

Und das ging nicht nur mir so.

Zu Zuckeraustauschstoffen habe ich schon geschrieben, daß sie in der Schweinemast erlaubt sind, um den Appetit anzuregen, und es auch mit meinen eigenen Schweinen ausprobiert – ich fasse diese Stoffe nicht mehr an, in keiner Form, und ich kann auch nur jedem anderen empfehlen, sie zu meiden wie die Pest, weil sie den Stoffwechsel stören.

Nimmt man noch die aktuell moderne „Low-carb“ oder gar „No-carb“ Variante dazu, wird es ganz übel.

Da gibt es dann teure Eiweißpulver, um den Proteingehalt von selbstgekochtem Essen zu erhöhen, und die Kohlenhydrataufnahme zu senken – liebe Leute, das ist zu 100% Molkeneiweiß, und ihr kauft für teures Geld den sprühgetrockneten Abfall der Molkereien, der anderenfalls mit hohen Kosten irgendwie entsorgt werden muß (Molke und Milch sind hoch fischschädlich und dürfen nicht einfach so in den Kanal gekippt werden; die Fette verkleben die Kiemen der Fische, und der Eiweißgehalt & der pH-Wert lassen jedes Gewässer umkippen).

In der Vergangenheit war Molke nicht umsonst Schweine- oder Hühnerfutter, kein Mensch wäre freiwillig auf die Idee gekommen, Molke zu trinken.

Wer je frische Molke nach dem Käsebruch abschöpfen gesehen hat, weiß warum – es ist eine grünliche Brühe, die keinesfalls zum Trinken einlädt, und im Rohzustand ohne jede Menge Zucker und Aromen auch absolut nicht schmeckt.

Ganz nebenbei ist der Verarbeitungsgrad auch noch dermaßen hoch, daß es sich nach Kollath & Bruker schon um ein Präparat handelt, was man eigentlich nicht zu sich nehmen sollte.

Die Rezepte in den WW-Kochbüchern sind übrigens gar nicht mal so schlecht, zumindest die der Gemüsegerichte und Salate, wenn man etwas großzügiger mit Butter und Öl umgeht, und keine Light-Varianten nimmt.

Viele der Damen lernen da eine erstaunliche Menge an Gemüsesorten überhaupt erst kochtechnisch kennen, das ist bei den Mahlzeiten der Brigitte-Diät übrigens ähnlich – meine eigene Mutter kam da vor 35 Jahren erst zu solchen Dingen wie Zucchini und Stangensellerie und Auberginen. 😉

An den Fertigprodukten der WW gibt es allerdings eine Menge zu mäkeln.

Erstens sind sie sehr deutlich teurer als die gängigen Lightprodukte, wenn man sich die Packungsinhalte ansieht – da sind recht „ungängige“ Gewichte drin, und zweitens stecken sie wirklich voller Zusatzstoffe, die Zutatenlisten sind tw. so winzig gedruckt, daß man sie ohne Lupe kaum lesen kann, weil die Listen so lang sind.

(Wer also meint, ohne Light-Produkte nicht leben zu können, sollte mal mit Taschenrechner und Block & Bleistift in den Supermarkt gehen und die Preise/Mengen ausrechnen und vergleichen – es gibt nahezu alles preiswerter bei den normalen Herstellern in light – WW kassiert ja kräftig bei den Lizenzen. 😎 )

Insgesamt ist durch die Punktezählerei WW nicht geeignet, dauerhaft damit abzunehmen.

Ich kann jedem Abnehmwilligen nur empfehlen, sich näher mit der Vollwertkost zu beschäftigen.

Es ist KEINE Diät, sondern eine völlig andere Lebensweise, das kommt mit dem gesunden und sehr leckeren Essen sozusagen automatisch. 😉

Das Nette daran ist, daß man bei jeder Mahlzeit wirklich satt wird bis zur nächsten – ohne Zucker und Weißmehl, aber mit vollwertigen Dingen, wird man tatsächlich *anders* satt als bei normalem Essen.

Ich persönlich habe seit ungezählten Monaten nicht mehr zwischen den Mahlzeiten gegessen, und auch keinerlei Freßanfall bekommen, ebenso läßt mich jeglicher Süßkram kalt.

Ich brauche auch wesentlich weniger Gewürze als früher, weil ich lieber die Eigengeschmäcker der Zutaten genieße – man glaubt nicht, wie viele verschiedene Tomatensorten man auseinanderschmecken kann….*g*

Sehr selten habe ich Gelüste nach Fleisch, meist eher im Winter, dann steht mir der Sinn nach einem schönen Eintopf mit fettigem Schweinefleisch, Aufschnitt ist überhaupt kein Thema mehr, ebensowenig gekaufte Marmeladen.

Es IST eine Umstellung, aber das Essen ist wirklich köstlich und keineswegs „dröger Körnerkrams“.

Und wer wirklich satt ist, denkt nicht wie bei einer Diät die ganze Zeit ans Essen, und macht sich vor allem keine Gedanken um Kalorien oder Fettgehalt.

Nach einer gewissen Zeit kommt sogar der natürliche Bewegungsdrang wieder zum Vorschein – dann ist es keine lästige Pflicht, sich zu bewegen, sondern tatsächlich ein inneres Bedürfnis, und dann macht es richtig Spaß.

Mir kommt es manchmal sogar vor wie damals, als ich noch ein Kind war: rennen war fast selbstverständlich, und nach einem Nachmittag auf dem Spielplatz war ich manchmal völlig ausgepowert und bis zum Umfallen müde, aber zufrieden ohne mir um irgendwas Gedanken zu machen.

Und wieder diesen „flow“ zu spüren, sich in seinem Körper wieder richtig zuhause fühlen, ohne ständige Selbstkritik wie „ich darf aber dies nicht“ und „ich müßte aber eigentlich“, da sollte eigentlich jeder von uns wieder hinkommen.

Wir haben nur diesen einen Körper, wir sollten ihn sehr gut pflegen und mit den bestmöglichen vollwertigen Nährstoffen füttern – „weil wir es uns selbst wert sind“. 😉

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